Was deutsche Unternehmen über spanische Mitarbeiter wissen sollten – Beitrag bei Haufe HR-Management

Was sollten deutsche Arbeitgeber berücksichtigen, wenn sie Fachkräfte aus dem krisengebeutelten Spanien einstellen? Was erwarten spanische Mitarbeiter von ihrem Vorgesetzten? Wo lauern Missverständnisse und Konfliktpotienziale?

Antworten finden Sie unter:

http://www.haufe.de/personal/newsDetails?newsID=1312818578.78&d_start:int=3&topic=Personalmanagement&topicView=HR-Management&

Viel Spaß beim Lesen!

LA-IBERICA – Innovation und Technologie als Wirtschaftsmotor

Am 4. und 5. November 2010 findet das 3. Forum TRENDS & VISIONEN der Tavares GmbH / TV International im Rollei Zentrum für Existenzgründer in Braunschweig statt

LA-IBERICA beleuchtet branchenübergreifend die wirtschaftliche und technologische Situation der Länder Argentinien, Brasilien und Mexiko sowie Portugal und Spanien und fördert den unternehmensübergreifenden Wissenstransfer und die Vernetzung Ibero-Lateinamerikanischer Fachleute.

Programmablauf

4.11.2010, 16:30 – 20:55 Uhr:

Vortragsreihe: LA-IBERICA – Innovationen, Technologien und pulsierende Märkte

 

5.11.2010, 9:00 – 15:30 Uhr:

Workshop: Begegnungen, Raum für Gedanken, Ideen und Visionen

Die Veranstaltung richtet sich an interessierte Fach- und Führungskräfte, Teamleiter, Projektleiter und Manager, Geschäftsführer sowie Unternehmer aus Technik & Wirtschaft.

Weitere Informationen zu Ablauf und Anmeldung erhalten Sie unter 

http://www.trends-visions.de

alma hispano-dialog wünscht Ihnen einen interessanten Austausch und neue Impulse für Ihre Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsregionen Lateinamerikas und der Iberischen Halbinsel.

alma hispano-dialog bei der Konferenz Sprachen & Beruf in Düsseldorf

Vom 3. bis 5. Mai 2010 fand in Düsseldorf die 9. Konferenz für Fremdsprachen & Business Kommunikation in der internationalen Wirtschaft statt

alma hispano-dialog gestaltete dabei einen Workshop mit dem Titel “Interkulturelle Projekte managen – Kulturelle Einflussfaktoren beim Führen von virtuellen Teams am Beispiel der Automobilindustrie”.

Auch das folgende Interview gibt Einblicke in die internationale und interkulturelle Projektarbeit:

http://sprachen-beruf.com/pages/de/interview-metzger.php

Einen Rückblick zur Konferenz finden Sie unter:

http://sprachen-beruf.com/

BRIC – Zahlen und Fakten

Wo stehen die internationalen Automobilmärkte Brasilien, Russland, Indien und China?

alma hispano-dialog beim 2. Forum Trends & Visionen am 5. November 2009 in Braunschweig

Am 5. November 2009 fand das 2. Forum Trends & Visionen der Tavares GmbH im Rollei-Zentrum für Existenzgründung statt. Vor einem fachkundigen Publikum beleuchteten Experten, wie die BRIC-Staaten die Herausforderungen der globalen Wirtschaftskrise meistern.

Eine Zusammenfassung der Veranstaltung finden Sie unter folgendem Link:

http://www.tavares-gmbh.de/tv002.html

Die Unterlagen zur Veranstaltung sind ebenfalls über die Tavares GmbH zu beziehen.

Der brasilianische Automarkt trotzt der Krise

Fachbeitrag im Wirtschaftsportal Niedersachsen

In Kooperation mit der Tavares GmbH/Wolfsburg hat alma hispano-dialog den folgenden Beitrag im Wirtschaftsportal Niedersachsen veröffentlicht:

http://www.wirtschaftsportal-niedersachsen.de/2009/10/der-brasilianische-automarkt-trotzt-der-krise/

Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre.

Vorstellungsrunde

Als Existenzgründerin gehe ich hin und wieder zu Netzwerkveranstaltungen, um andere Gründer kennen zu lernen und mich mit ihnen auszutauschen. Kürzlich bin ich zu einer Veranstaltung des Unternehmerinnennetzwerks gegangen. Es waren so ungefähr 15 bis 20 Frauen anwesend. Wie meist bei solchen Veranstaltungen gab es erst einmal eine Vorstellungsrunde. Reihum stellte sich jede Teilnehmerin vor. Name, Tätigkeit und ob sie das erste Mal in der Runde war oder schon öfters teilgenommen hatte, das waren so die häufigsten Merkmale der Vorstellung. Eine Teilnehmerin fiel mir mit ihrer Vorstellung besonders auf. Sie sprach ebenfalls über ihre Arbeit, nannte jedoch gleichzeitig ihr Alter und erzählte, dass sie verheiratet war und keine Kinder hatte. Sie war die einzige mit Migrationshintergrund im Teilnehmerinnenkreis.

Ich finde diese kleine Begebenheit sehr interessant und fast bezeichnend für interkulturelle Kommunikation im Alltag. Sieht man doch daran, dass in Deutschland häufig noch der Grundsatz „Dienst ist Dienst” und „Schnaps ist Schnaps” gilt. Soll heißen: klare Trennung von Berufs- und Privatleben. Und in einem Unternehmerinnennetzwerk zeigt man bzw. frau eben die berufliche Seite. In vielen anderen Kulturen gibt es diese Trennung nicht. Privates und Berufliches vermischen sich genauso wie Emotionales und Sachliches.

Dies kann in anderen Kontexten leicht zum Missverständnis werden. Deutsche werden vielleicht das Gefühl haben, dass manche Dinge und Aussagen des Geschäftspartners beim ersten Kennenlernen fehl am Platz sind. Andererseits wird der Geschäftspartner das weit verbreitete Stereotyp, dass Deutsche emotionslos und nur auf die Arbeit fixiert sind, bestätigt sehen.

Neulich im Shuttle

Neulich kam ich von einer Portugal-Reise zurück und im Shuttle-Bus vom Flugzeug zum Terminal werde ich zufällig Mithörerin eines Gesprächs zwischen zwei Mitarbeitern eines großen Automobilkonzerns.

Der eine scheint wohl in der Qualitätssicherung zu arbeiten, der andere in der Produktion. Von dem, was ich höre, schließe ich, dass beide viel herumkommen in der Welt.

Der Produktionsmitarbeiter erzählt, dass er nun schon ein paar Mal in Indien war. Fürchterlich sei das: Immer, wenn er etwas von den Indern verlange, was er für seine Arbeit vor Ort benötige, würden diese ja, ja, ja sagen. Seine Aussage begleitet er mit dem für Inder so typischen leichten Kopfschütteln, was – grob gesagt – Zugewandtheit und Interesse signalisiert und nicht als nein interpretiert werden sollte.

Dann würde stundenlang nichts passieren, er würde immer wieder nachfragen, die gleiche Antwort bekommen und nach langer Zeit und vielleicht mit Druck der entsprechenden Hierarchien endlich mit seiner Arbeit beginnen können.

Vielen Menschen, die mit Partnern aus spanischsprachigen Kulturen zusammen arbeiten, geht es ähnlich. Man wird häufig vertröstet und ein klares „Nein” hört man höchst selten. Man weiß nicht so recht, woran man ist. Das ist ganz schön frustrierend, wenn man seine Dienstreise mit klaren Zielen angetreten ist und bei der Rückkehr Ergebnisse präsentieren soll. Meist ist der Terminkalender ganz schön voll und der Rückflug knapp getaktet. An die für beziehungsorientierte spanischsprachigen Kulturen so wichtige Zeit für Beziehungspflege wird selten gedacht. Viele deutsche Geschäftsreisende finden es anstrengend und beengend, auch noch nach Feierabend mit den Geschäftspartnern Zeit zu verbringen. Doch gerade hier werden die so wichtigen informellen Kontakte geknüpft, die weit hilfreicher sein können als offizielle Gesprächstermine.

Was rate ich nun Leuten, die wie der Produktionsmitarbeiter viel in der Welt herumkommen. Ich empfehle auf alle Fälle als ersten Schritt ein „cultural awareness” Training, also eine allgemeine interkulturelle Sensibilisierung, die für andere Perspektiven und andere Herangehensweisen sensibilisiert.

Für Menschen, die speziell mit spanischsprachigen Ländern oder mit Partnern aus einer bestimmten Kultur zusammenarbeiten, ist sicher in kulturspezifisches Training oder ein individuelles Coaching hilfreich. Das wird genau auf die Bedürfnisse des Teilnehmers zugeschnitten und berücksichtigt die konkreten Kontakte und Herausforderungen.

Räumliche Distanzen

Vor ein paar Wochen laß ich in Xing die Anzeige einer Mainzer Unternehmerin, die für junge Menschen ein interkulturelles Training suchte. Da ich normalerweise eher mit Leuten mittleren Alters arbeite und ich gerne auch mal mit jungen Leuten arbeiten wollte, war ich an dem Auftrag interessiert – wohlwissend, dass das Honorar wohl nicht sehr hoch sein würde und ich von Braunschweig nach Mainz fahren müsste. Aber die Uhrzeiten waren ok. Start war für 10 Uhr geplant. Da konnte ich locker von Braunschweig nach Mainz fahren. Der Routenplaner im Internet zeigte 3 Stunden 20 Minuten für die einfache Fahrt an.

Ich schickte also eine nette Nachricht an die Unternehmerin und nannte ein paar Stichworte zum möglichen Programm.

2 Tage später erhielt ich die Antwort von ihr. Sie hielt eine Zusammenarbeit für nicht möglich, da ich so eine weite Anreise hätte.

Sie mögen nun sagen, wahrscheinlich war das nur eine Ausrede, um mir freundlich abzusagen. Das ist gut möglich.

Mich hat es jedoch dazu angeregt, mal über das Thema räumliche Entfernungen nachzudenken. Deutschland und auch viele Staaten Europas sind sehr dicht besiedelt. Von Flensburg bis nach Oberammergau sind es vielleicht 9 oder 10 Stunden Autofahrt. 5 Stunden Entfernung werden von vielen schon als weit betrachtet. An einem Wochenende mal 5 Stunden hin zur Freunden oder Verwandten und 5 Stunden zurück zu fahren, ist für viele eine Ausnahme – wenn sie nicht aus beruflichen Gründen pendeln.

In anderen Ländern wie z.B. den USA, Australien oder auch den meisten lateinamerikanischen Ländern sind 5 Stunden eine nahe Entfernung. Viele Ziele erreicht man am Besten mit dem Flugzeug, da man sonst viele Stunden oder gar Tage im Auto verbringen würde.

Was hat das für Auswirkungen auf die Zusammenarbeit? Missverständnisse können entstehen, wenn es um Entfernungen geht. Ein mexikanischer Geschäftspartner ist sicherlich tief gekränkt, wenn sie ihm mitteilen, dass sie auf ihrer Mexikoreise diesmal leider nicht bei ihm vorbeischauen können, weil sie – analog der Mainzer Unternehmerin – aus ihrer Sicht so weit weg von ihm sind.

Englisch lernen in Spanien? 

Vor ein paar Wochen war ich in Hannover auf der Rückfahrt von einer Messe und in die U-Bahn stieg eine Gruppe von weiblichen Teenagers. Es hörte sich für mich so an als ob sie einen Englischsprachkurs machen wollten und zwar im Ausland. Sie diskutierten heftig über den richtigen Ort für einen solchen Kurs. Als Alternative gab es einen Ort in England und einen an der spanischen Küste. Ich möchte jetzt nicht in erster Linie über den Sinn eines Englischkurses für Deutsche in Spanien sprechen. Ich machte jedoch noch eine andere Beobachtung: Sie wäre ja noch nie in England gewesen, sagte eine Schülerin, aber man wisse ja, dass es dort immer regnen würde und das wolle sie nun gar nicht haben während eines Feriensprachkurses. Genau, stimmte eine andere ein, das sei sicher auch ganz öde dort und langweilig. Von London sei der Ort sicher weit entfernt, also absolut nichts los. In Spanien dagegen, da gäbe es ja viel Sonne und den Strand. So ging es munter weiter. Der Einwand einer dritten Schülerin, dass es in Spanien vielleicht auch ein Ort sein könnte, an dem nicht viel los sei, wurde kaum zur Kenntnis genommen.

Diese kleine Geschichte zeigt uns, wie schnell es gehen kann, im Umgang mit anderen Kulturen zu verallgemeinern und Stereotype aus der Schublade zu ziehen. Und das Erschreckende daran ist, dass plötzlich alle mit weiteren Stereotypen daher kommen: England = Regen = öde = ohne Spaß. Einwände wie “in Spanien könnte es auch öde sein” werden in einer solchen Situation glatt übergangen.
In der beruflichen Zusammenarbeit mit Kollegen aus anderen Kulturen taucht dieses Phänomen ebenfalls immer wieder auf. Einer schimpft fürchterlich auf “die spanischen Kollegen” oder “die Mexikaner” und mit einem Mal gehen bei den anderen auch die Vorurteilsschubladen auf. Eine differenzierte Betrachtung der konkreten Situation ist dann kaum noch möglich und - ganz wichtig – das Ziel (englisch lernen) rückt völlig aus dem Blick.

Ich wünsche Ihnen in Ihrer internationalen Zusammenarbeit, dass Sie den Mut haben, nicht in das Stereotypen-bla-bla einzustimmen und Partnern begegnen, die bewusst die Schublade geschlossen lassen.

Wie lange dauern 2 Wochen? 

In meinen Seminaren zu Spanien oder Mexiko spreche ich mit den deutschen Teilnehmern auch über das unterschiedliche Zeitempfinden. Dieses ist häufig ein Grund für Ärger und Missverständnisse.

Ich frage dann: Welche andere Formulierung gibt die deutsche Sprache her, wenn man 2 Wochen ausdrücken will? Zunächst weiß meist keiner, worauf ich hinaus will, aber dann sagt jemand “14 Tage”. Genau! Und wie sagt man auf spanisch dazu? “15 días”.

Da haben doch die Spanier und Latinos (die Franzosen übrigens auch) gedanklich und vom Empfinden her einen Tag mehr zur Verfügung.

Eine Kleinigkeit und doch eine interessante Beobachtung, wenn es darum geht, die Mentalität genauer zu beleuchten.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie auch hin und wieder mal “15 días” zur Verfügung haben.